Regionalwettbewerb Oberbayern Ost von "Jugend forscht" Aylin Dinekli erhält dritten Preis im Fachgebiet Arbeitswelt

Die Preisträgerin Aylin Dinekli

Mit Aylin Dinekli aus der Klasse 13WS hat heuer zum ersten Mal eine Schülerin aus unserer Schule am "Jugend forscht"-Wettbewerb teilgenommen. Besonders stolz waren wir auf ihre Qualifizierung bereits, weil ihre psychologischen Arbeit in dem eigentlich naturwissenschaftlich ausgerichteten "Jugend forscht"-Wettbewerb angenommen wurde. Umso erfreulicher ist, dass ihre Entwicklung nun im Fachgebiet Arbeitswelt mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde.

Bereits vor und in den vergangenen Sommerferien setzte sich Aylin Dinekli in einer Seminararbeit mit der dissoziativen Identitätsstörung auseinander, einer Krankheit die für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen ist. Die Schülerin hat deshalb ein Gesellschaftsspiel entwickelt, mit dem die Krankheit erlebbar wird. "Die Betroffenen haben meist zwischen acht und dreizehn verschiedene Persönlichkeiten, zwischen denen sie von einer auf die andere Sekunde wechseln", erklärt sie. Nicht immer falle es den Mitmenschen dabei leicht zu erkennen, mit welcher Persönlichkeit ihr Gegenüber gerade spricht. War man gerade noch mit einem schüchternen elfjährigen Mädchen im Gespräch, könne es kurz darauf schon ein 60-jähriger, aufbrausender Mann sein.

"Genauso wie unter der Krankheit selbst leiden psychisch Erkrankte häufig unter der Ausgrenzung von Freunden und Gesellschaft", bedauert ihre Psychologie-Lehrerin Stefanie Allinger, die ihre Arbeit betreut. Meist liege dies schlicht an fehlendem Verständnis, die Krankheit sei vielen einfach unheimlich. Das von Aylin Dinekli konzipierte Spiel hat Allinger inzwischen schon in verschiedenen Klassen erfolgreich im Unterricht eingesetzt. Sie ist sich sicher, dass das Verständnis der Krankheit so nachhaltig verbessert werden kann. Auch Frau Allinger freut sich, dass sich die Mühe gelohnt hat: Da kein Wettbewerb ausfindig gemacht werden konnte, in dem psychologische Arbeiten in den Teilnahmebedingungen genannt sind, unterstützte Frau Allinger die Teilnahme ihrer Schülerin beim "Jugend forscht"-Wettbewerb und konnte am 25.02.2015 als Begleitlehrkraft beim Regionalwettbewerb Oberbayern Ost als Gast teilnehmen und dabei auch die Projekte der Mitbewerber kennenlernen. 86 Jungforscher präsentierten der Jury und den Besuchern an 49 Ständen in den Räumen des Airbus-Geländes in Ottobrunn ihre Projekte. Forschergeist ist zu spüren, wenn die Schüler ihre Erfindungen erklären: Ein Pflückroboter, der nur nach roten Erdbeeren greift, ein Briefkasten der Zukunft oder das Bestimmen des Todeszeitpunkts einer Leiche. Die weit überwiegende Zahl der Wettbewerbsteilnehmer will später einen naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen. Darüber freute sich Regionalwettbewerbsleiter Claus Hilgers besonders: "Wir wollen Freude an Naturwissenschaften wecken und vorhandene Potenziale der Schüler fördern." Bei ihrer Preisentscheidung habe die 22-köpfige Jury in Ottobrunn außer auf die technisch-experimentelle Umsetzung und die Präsentation der Forschungsarbeit hauptsächlich auf die Originalität und Kreativität der Projektidee geachtet. "Jugend forscht ist die Plattform für unsere Nachwuchswissenschaftler, die Forschung und Wirtschaft so dringend benötigen", betonte Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. "Ich freue mich über die jungen Talente, die ihre Begabung auf technischem und naturwissenschaftlichem Gebiet nutzen, neugierig sind, ihre Ideen mit Fleiß und Ausdauer verfolgen und heute dafür belohnt werden", fügte er hinzu. Geld- und Sachpreise überreichte Christoph Hillenbrand zusammen mit Claus Hilgers.

Bereits seit 50 Jahren gibt es den bundesweiten Wettbewerb für die naturwissenschaftlich interessierten Nachwuchsforscher. Die erste Stufe ist der Regionalentscheid. Bayern ist dafür in zehn Gebiete eingeteilt. 1949 Schüler haben heuer in Bayern am "Jugend forscht"-Wettbewerb teilgenommen. Die Erstplatzierten aus den einzelnen Regionen wie Oberbayern-Ost dürfen sich vom 25. bis zum 27. März in Regensburg mit den Gewinnern aus anderen Regionen Bayerns messen. Wer es dann ein weiteres Mal unter die ersten Plätze schafft und mindestens 15 Jahre alt ist, darf Ende Mai am großen Bundesfinale teilnehmen.